Breakerandi bei der "Red Bull - Art of Motion" in Wien

Das von Red Bull gesponsorte Event lud von vielen Nationen je 2 Repräsentanten ein. Ich hatte die Ehre Deutschland zu repräsentieren zusammen mit Jan Witfeld aus dem Parcouring Team Germany.
Das Event war vom Rahmenprogramm her sehr gelungen, ich kam in Kontakt mit vielen Spitzen Freerunnern auf der Welt, besonders beeindrückend waren die Leute aus England und den USA. Das Event war von Red Bull den Medien als Wettkampf präsentiert, letztendlich bekamen aber nur 3 Leute von 30 eine Platzierung.

Der Erstplatzierte Ryan Doyle beeindruckte mich sehr und brachte mir an diesem Tag auch eine wichtige Lektion bei:

Auch die Besten und Klügsten können dem hässlichen "Wettkampf-Spirit" verfallen und so Risiken eingehen, deren folgen im Parkour/Freerunning meist schlimme Verletzungen sind. Ryan sagte mir vor seinem Finalen Run, dass er keine Lust mehr habe, nicht weiß was er noch zeigen soll, sich aber nochmal übertrumpfen müsse. Ich stand 5 Meter vor ihm als er sich bei einem Triple-Cork-Drop einen dreifachen Schien- und Wadenbeinbruch zuzog. Heute frage ich mich, warum musste Ryan Doyle sich bei seinem finalen Run nochmal übertrumpfen? Warum musste Ryan Doyle unbedingt erster werden, er hatte ja bereits in seinen ersten beiden Runs gezeigt, dass er zu den besten der Welt gehört. Sind es vllt. Sponsoren die ihm gesagt haben er bekommt mehr Geld für einen ersten Platz? Oder ist es wirklich nur der Wille, das Publikum zu beeinrucken? So oder so, für mich ist seit diesem Tag klar: Wettkampf und Parkour/Freerunning ist einfach ein No-Go

Schade war auch, dass man nur sehr wenig Zeit hatte um sich auf seinen Lauf vorzubereiten. So gab es auch keine Zeit, um mit den Teilnehmern zu jammen (sich auszutauschen und zu trainieren). Red Bull ist daran wohl nicht interessiert oder hatte kein Budget für diese Extra-Zeit.

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